Welt am Sonntag| Berufe | 21. Februar 1999
Buch: Wissenswertes über weibliche Führungskunst
Anleitung für Aufsteigerinnen

Frauen stehen aufgrund ihrer Eigenschaften und Fähigkeiten bessere Positionen zu als die, die sie bisher erreicht haben. So lautet die zentrale Forderung des 81jährigen Autors Human Pourkian, der die Geschichte der Frau plakativ als eine Folge von Unterdrückung und Degradierung nachzeichnet. Bis ans Ende des 20. Jahrhunderts, so der Autor, sei es Männern gelungen, Frauen als Ware oder auch als verkaufsfördernde Accessoires zu benutzen. Selbst die jüngere Generation bildet angeblich keine Ausnahme.
"Macht macht müde Frauen munter", lautet der Titel des Buches, auf dessen Lektüre man einerseits verzichten könnte, ginge es nicht andererseits um praktische Handlungsrichtlinien für aufstiegsorientierte Frauen. Diesem Teil widmet sich vor allem Co-Autorin Hourvash Pourkian. Frauen sollten eigene Stärken erkennen, konsequent weiblich denken und die natürlichen Führungsqualitäten anwenden, die Mütter auszeichnen, schreibt die Autorin. Des weiteren plädiert sie dafür, dass Frauen sich in Netzwerken zusammenschließen und, wenn es dem Ziel dient, unter Ausschluß der männlichen Konkurrenz lernen.Diese Thesen sind nicht neu, allerdings auch nicht falsch. Das gleiche gilt auch für die Platitüde, dass es auf der Welt keine Geschlechtertrennung gibt und Frauen und Männer die Erde gemeinsam bevölkern. Sodann folgt eine bahnbrechende Schlußfolgerung: im Streben nach höheren Positionen ist es keine Alternative, den Mann als Feinbild auszugrenzen.Mehr Erfolg verspricht demzufolge das Leben nach der alten asiatischen Erkenntnis, dass weibliche und männliche Elemente sich ergänzen. Frauen müssen sich aus ihrer Passivität selbst befreien: An dieser Tatsache kommen die Autoren allen Frauenförderprogrammen zum Trotz nicht vorbei. Männern zum Trotz gelingt es aber auch Frauen, sich beruflich zu behaupten. Hourvash Pourkian zumindest hat es geschafft. Mit den von ihr propagierten weiblichen Strategien ist es ihr gelungen, eine eigene Textilfirma aufzuziehen.