Bild | 6. Oktober 1998

Hourvash Pourkian


Eine starke, schöne Frau


Sie verkauft 100000 Jeans im Jahr, hat jetzt ein Buch geschrieben.
Sie trägt einen lilafarbenen Mini, fährt ein knallgelbes Mazda-Cabrio und macht Millionen-Umsätze mit blauen Jeans: Hourvash Pourkian, knackige 39. Ihr Weg zum Erfolg war steil und steinig.

Ihr Vater Human war wegen kritischer Veröffentlichungen beim damaligen Schah-Regime in Ungnade gefallen, die Familie wanderte nach Deutschland aus. 16 Jahre alt war Hourvash, als sie in Hamburg eintraf und sie sprach kein Wort Deutsch. Sechs Monate später wurde sie im Albert Schweitzer Gymnasium eingeschult, machte mit 19 ihr Abi. "Ich habe Tag und Nacht gelernt."

Nach einer Lehre zur Groß- und Außenhandelskauffrau und BWL-Studium startete die junge Perserin in einem Norderstedter Textilunternehmen und entdeckte auf Messen eine Markttücke: Textilgeschäfte konnten nur ganze Kollektionen, keine Einzelstücke (nach)ordern. Pourkian: "Ich wollte immer selbständig, mein eigener Chef sein. Das war meine Chance!" Bei der 4. Bank bekam sie einen Kredit, mietete sich in der Speicherstadt ein, ließ Jeans in Brasilien und Südafrika schneidern. Allein 100000 vertreibt sie heute über 300 Textilgeschäfte und Filialisten - unter dem Markennamen "Shamo". Das ist persisch und heißt "Engelchen" - so nannte ihr Papa die einzige Tochter. Mit ihm zusammen hat die Unternehmerin ein Buch geschrieben, das sie auf der Frankfurter Buchmesse vorstellt: "Macht macht müde Frauen munter." Vater und Tochter schildern Lebensläufe berühmter Frauen, beleuchten Quotendiskussion und Rollenklischees. Die 5sprachige Kauffrau (mit Lebensgefährten aus der Computerbranche): "Damit Frauen ihre großen Potentiale besser nutzen können."